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Das Oratoire

Von Jacques Godefroy

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L’oratoire

Der Eingang des Dorfes steht unter dem Schutz des größten Oratoires der Provence. Es hat die Form einer Apsis mit einem breiten Vorbau, der mit seinen Bögen und Säulen romanisch wirkt. Der Bau erfolgte jedoch erst 1830 unter Einfluss der Franziskaner. Die Missionare. Die Missionare hatten die Idee, den Triumphbogen der Abtei Notre-Dame des Aumades abtragen und seine Steine auf dem Rücken den Berg hinauf tragen zu lassen, um dieses Bauwerk zu errichten. Das Oratoire Saint-Jean wurde am 5.5.1972 als L’ORATOIRE MONUMENTAL zum Denkmal erklärt

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La grande croix

Während des ganzen 19.Jahrhunderts fanden große katholische Missionsanstrengungen statt, an deren Ende jeweils ein Kreuz errichtet wurde. Wir haben hier ein sehr großes Kreuz, das eines Schutzes bedurfte ; deshalb wurde dieses große Oratoire errichtet. Zu Beginn waren es die Laienbrüder von Notre Dame de Lumières, die die Mission durchführten. Hier nun die Geschichte : Dieses Oratoire scheint das größte der ganzen Provence zu sein. Die Basis der Bauwerkes bildet ein turmartiger Taubenschlag, dessen Besitzer Elzéar CLOT im Jahre 1762 war, von 1834 an gehörte es Philibert NIOT.In folgenden Dokumenten lässt sich die Errichtung des Oratoires verfolgen :
- Le Codex historicus de Notre Dame de Lumières depuis 1837 (non édité)
- Les Annales de Notre Dame de Lumières (1837 – 1867) (non édité)
- Les mémoires du sanctuaire de Notre Dame de Lumières
- Le Mercure Aptésien

1) Codex Histocicus de N. D. de Lumières (1839, p.139) Nach der Missionierung von Bédoin predigten Ricard (1)und Magnan (2) in Caseneuve, Honorat et Rouvière in Rustrel. Beide Missionierungen waren – da sie auf keine wesentlichen Hindernisse trafen - von Erfolg gekrönt. Die Menschen ließen sich bis auf ganz wenige Ausnahmen bekehren. Am Ende wurden in beiden Orten Kreuze errichtet. In Caseneuve handelte es sich nicht um ein gewöhnliches sondern um ein ganz besonderes Denkmal. Unter Mühen ohne gleichen haben die Einwohner die Steine vom Fuße des Hügels hinaufgetragen, um ein riesiges Oratoire zu errichten, unter dem das Kreuz der Mission aufgerichtet wurde.

2) Annales de N. D. de Lumières (1839) Cazeneuve. Ricard und Magnan gingen von Bédouin nach Cazeneuve und Honorat u. Rouvière nach Rustrel. Beide Missionen fanden gleichzeitig statt und wurden von einem vollständigen Erfolg gekönt. In Cazeneuve hat man ein hervorragendes Denkmal errichtet. Der Pfarrer von Cazeneuve war M.Gai und der von Rustrel (unleserlich)

3) Mémoires du sanctuaire de N. D. de Lumières (p. 3-4) (Rétrospectives sur le R.P. Ricard, décédé le 9 janvier 1862). In Cazeneuve führte Ricard die Missionierung an, unterstützt von Magnan. Er lies in der Gegend eine gigantische Arbeit ausführen. Für eine solche Leistung brauchte man einen wie Ricard. Es gab in einem Weiler, einen Kilometer weit weg, ein verfallenes Bauwerk. Aber wie sollte man die riesigen Steine einen steilen Hang hinauf transportieren ? Wenn eine Bevölkerung begeistert ist gibt es nichts für sie unmögliches. Ricard nahm an seinem Projekt teil. Alle klatschten Beifall und die Steine kamen wie durch Zauberei den Berg hinauf. Ein prächtiges Bauwerk wurde errichtet. Ein Kreuz wurde darunter errichtet und so vor den Unbillen des Wetters geschützt. Das ist nun 23 Jahre her und die braven Einwohner von Cazeneuve erzählen immer wieder, wie Ricard sich an die Spitze der Arbeiter setzte, um dieses denkwürdige Werk zu vollenden.

4) Annales de N. D. de Lumières (1862, p. 322) (Rétrospective sur le R.P. Ricard) Ricard hatte die Gabe, überzeugen zu können. In Caseneuve führte er die Missionierung, unterstützt von Magnan und der gute Vater lies in der Gegend eine gewaltige Arbeit ausführen. Es brauchte jemanden wie Ricard um ein solches Unternehmen auszuführen. Es gab ein altes, verfallenes Bauwerk in einem Weiler, einen Kilometer entfernt. Ricard hatte die Idee, das Bauwerk zu versetzen, aber wie konnte der steile und schwierige Weg bewerkstelligt werden ? Die Steine waren riesig ; Ricard wurde Teil seines Projektes. Und sogleich begab man sich ans Werk. Wenn eine Bevölkerung begeistert ist gibt es nichts für sie unmögliches. Die Steine kamen wie durch Zauberei den Berg hinauf und das Werk wuchs. Das Kreuz der Mission wurde darin errichtet und so vor den Unbillen des Wetters geschützt. Die braven Einwohner von Cazeneuve erzählen immer wieder, wie Ricard sich an die Spitze der Arbeiter setzte, um dieses denkwürdige Werk zu vollenden. Der Codex Historicus (1839, p. 139) präzisiert, dass sich Honorat, Magnan und Viala nach der Missionierung von Mallemort in Bédouin trafen. Durch die Bemerkung „Xbre“ ist anzunehmen, dass Die Mission von Bédouin vom 1.-22.Dezwember dauerte. Die selbe Quelle fügt hinzu, dass Ricard und Magnan währen dreier Wochen in Cazeneuve predigten. Nach dieser Quelle war es also die Zeit vom 23.12.1839 bis zum 12.1.11840. Darrin lag auch das Fest des hl. Etienne am 26.12., Schutzpatron der Pfarrei. Diese Datumsangabe ersetzt zahlreiche andere geschätzte Daten, die diesbezüglich bisher veröffentlicht wurden. Dank seiner Überzeugungsgabe liess Ricard die Bewohner von Caseneuve eine gewaltige Arbeit verrichten. Die oben erwähnten Ruinen gehören zu der Cluniazenserabtei Notre Dame des Aumades, deren Kirche während der Revolution aufgegeben wurde. Ricard hatte die Idee, den Triumpfbogen des Chores zu retten, der noch in einem guten Zustand war. Davon konnten die Pfeiler und die Reliefs vom hl. Matthieu und vom hl. Luc bei der Errichtung des Oratoires verwendet werden. Die Teile wurden mit großer Sorgfalt geborgen nd nacheinander nummeriert. Der Transport erfolgte noch der Überlieferung auf dem Rücken der Leute, in Wahrheit jedoch wohl eher auf dem Rücken von Maultieren. Wegen der Kälte und der Entfernung war es eine schwierige Arbeit. Es mussten 1,5 km mit einem Höhenunterschied von 150 m überwunden werden. Die Steine wurden neben einem Taubenschlag abgelegt auf einem 1,33 ar großen Grundstück, das heute der Gemeinde gehört. Katasternr. (1976) AN 117. Dieser Platz dominiert den Dorfausgang Richtung St.Martin de Castillon

Aus dem Codex historicus Annanlen oder Erinnerungen Im Mercure aptésien Nr.38 vom Sonntag, den 15.März 1840 steht jedoch, dass ein hervorragender Künstler aus Apt, Herr Buffet (3) das oratoire zu planen und eine Lithographie des Objektes zu erstellen. Es war also zu diesem Datum noch nicht gebaut.Jedoch lässt der selbe Artikel vermuten, dass die Christusfigur, hergestellt von Herrn Séry,einem Künstler aus Avignon, schon fertiggestellt und auch gesegnet wurde. Der Tag der Segnung des Kreuzes bot ein imposantes Schauspiel.man sah –mit Ihrem Pfarrer an der Spitze – die Einwohner von Saint-Martin-de-Castillon herbeieilen und das Musikcorps von Saignon gab mit seiner Anwesenheit dieser einfachen und erbaulichen Feier Glanz. Kirchen lieder und die Rufe „es lebe das Kreuz“ mischten sich mit den Klängen der Musiker und dem Beifall einer freudetrunkenen Menge … Der Mercure aptésien Nr.45 vom Sonntag,den03 Mi 1840 schreibt, dass für den kommenden Sonntag ein großes Fest in Caseneuve vorbereitet wird. An diesem Tag soll feierlich und mit größter Pracht die Aufrichtung des Missionskreuzes und die Einweihung des schönen Monumentes begangen werden. Der große Bogen, der von den Aumaden hergebracht wurde war also wieder aufgebaut worden, angelehnt an den Taubenturm. Leider hat der Mercure aptésien nicht von den Kosten dieser Veranstaltung geschrieben.

Anmerkungen : 1 Pater Ricard wurde in Allauch (Bouches-du-Rhone) am 18.5.1805 als Sohn des Eigentümers Jean-Pierre Ricard und seiner Frau Marie-Anne Michel geboren. Er verstarb in Notre-Dame de Lumières am 9.1.1862.Begraben wurde er in der Friedhofskapelle Saint-Michel. Nach klassischen Studien wurde er am 28.10.1827 Novize und legte das ewige Gelübde am 1.11.1828 ab. Anschließend studierte er Theologie in Marseille und Billens (Schweiz).Die Ordination als Priester erfolgte am 26.6.1831 in Freiburg (Schweiz) durch Pierre-Tobie Yenni, den Bischof von Lausanne. Nach einer Zeit als Prediger in Billens gründete er die Mission in de Yakima, Washington (1847), leitete Missionen am Columbiafluss und in Puget Sound, sowie in Saint-Joseph d’Olympia (1848), wo er bis 1857 blieb. Er unterschrieb die Register von Priest Point Washington (1848-1855) und d’Olympia, Washington (1848-1851, 1853, 1855 et 1856). Zurück in Frankreich ging er nach Notre-Dame de Lumières (1857-1862), wo er ein Noviziat einrichtete. Monsignore de Mazenod hatte ihn als ersten Bischof von Nesqually, Washington vorgeschlagen.

2 Pater Jean-Joseph Magnan wurde am 30.4.1812 in marseille, rue de la Vierge de la Garde Nr.22 als Sohn des drogisten Jean-Baptiste Magnan und seienr Frau Françoise-Antoine-Joseph Daruty geboren. Am 1.5.1829 trat er als Novize in die Laienbruderschaft der unbefleckten Maria in Saint-Just (Marseille) ein, wo er am 1.5.1830 sein ewiges Gelübde ablegte. Am 1.11.1834 erhielt er in Marseille die Priesterweihe. Er verliess die bruderschaft am 24.3.1866.

3 Mercure aptésien Nr.18, Sonntag, den 27 Oktober 1839 : Wir erfahren mit Vergnügen, dass ein junger Künstler, von dem der "Messager du Vaucluse" als einem Hoffnungsträger in der Malerei berichtet, sich als Zeichenlehrer in unserer Stadt niedergelassen hat. Herr Buffet hat in Paris ein breites Kunststudium absolviert. Eines seiner Werke wurde sogar zum Salon von 1838 zugelassen. Seine Einstellung als Zeichenlehrer am Collège ist eine ausgezeichnete Wahl. Er erwartet zu recht , dass die Familien ihm vertrauensvoll begegnen, die Ermutigungen unserer Mitbürger werden ihm helfen.

4 Herrn Sery verdankt man auch das Kreuz der chapelle du calvaire des Accoules in Marseille, aufgerichtet am 27.2.1824 nach der Predigermission von 1820 durch die provencalischen Missionare der Abtei Eugène de Mazenod

Alle Informationen über Notre-Dame de Lumières und die Oblaten stammen von Monsieur Robert Testot-Ferry. Dafür herzlichen Dank.

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